Plug&Play-Photovoltaikanlagen:

Anlagen zur Netzeinspeisung für die Steckdose, die in der Schweiz keine Genehmigung benötigen!




Die Bezeichnung ist nicht einheitlich:
Piraten-Anlagen, auch Guerilla-Photovoltaik genannt
(da in Deutschland ohne Anmeldung nicht ganz legal), oder auch Balkon-Anlagen, Plug and Play-Solaranlagen oder einfach kleine Photovoltaikanlagen.
Sie bestehen aus einem oder mehreren Solarmodulen. Zusammen mit einem oder mehreren kleinen Wechselrichtern (Microinverter oder Modulwechselrichter) und einem Kabel mit Stecker, sind sie die einfachste Methode, selber Solarstrom zu produzieren und auch zu verbrauchen.

Diese Systeme dürfen sie in de Schweiz bis 600W legal, ohne weitere Installationen und ohne teuren Elektiker einfach in die Steckdose einstecken, den eigenen Strom produzieren und sparen. Erweiterungen sind innerhalb gewisser Grenzen jederzeit möglich.

Unsere aktuellen Angebote finden sie hier im Shop: Komplett-Anlagen
Das Besondere an unseren Plug&Play Solaranlagen ist, dass sie diese Stück für Stück zu grossen Anlagen incl. Anlagenüberwachung erweitern können!
In unserem Youtube-Kanal finden sie weitere Infomationen dazu: Solarblitz.ch Youtubekanal


Rechtliches für Anlagen in der Schweiz
(ohne Gewähr!):
(In Deutschland benötigen die Anlagen eine Genehmigung. Ohne Elektriker ist das nicht möglich.)

- In der Schweiz sind bis 600W pro Zähler (Bezügerleitung) zulässig und dürfen ohne Bewilligung und Elektriker eingespeist bzw. angeschlossen werden. Nur eine Pro-Forma-Mitteilung an das EW wird benötigt.
- Da einige EWs bereit sind, den eingespeisten Strom zu vergüten, ist es schon allein deshalb sinnvoll, dieses zu informieren und zu fragen.

- Hauptbedingung damit eine P&P-Analge zulässig ist: Alle Bestanteile der Anlage müssen eine Einheit bilden und zugelassen sein.
- Unverständlich: Vorschrift ist ein allstromsensitiver Fehlerstromschutzschalter (FI) RCD 30 mA Typ B ("im Netzkabel oder im Netzstecker auf der AC-Seite").
Das Problem: Es existiert nach unserer Kenntnis kein steckbarer (Plug&Play!) FI Typ B, oder eine solche Steckdose, schon gar nicht IP65 (spritzwassergeschützt für Ausseneinsatz). Wir kennen nur steckbare "normale" 
Fehlerstromschutzschalter Typ A.

Darüber hinaus steht bei Wikipedia:
"Ein Fehlerstrom-Schutzschalter vom Typ B darf beispielsweise nicht einem vom Typ A nachgeschaltet werden."


Und z.B. hier bei einem Hersteller (Siemens):
"It is not permitted to branch electrical circuits with these types of electrical loads after pulse-current-sensitive residual current protective devices (type A)."

Genaus dies ist aber bei normalen Hausinstallationen in aller Regel der Fall, wenn an einer Steckdose ein RCD Typ B installiert wird.


Technisches (ohne Gewähr!):

- Pro Phase (Jeder hat 3 Phasen) könnten 600W eingespeist werden, ohne die Sicherheit (um die es geht) zu beeinträchtigen. Ob und wie ein EW dies so akzeptiert/genehmigt, müsste jeweils erfragt werden.
Grundsätzlich ist jeder Nutzer/Eigentümer selber dafür verantwortlich, die Werkvorschriften seines EWs ein zu halten.
Wir empfehlen: Fragen sie ihr EW und ihren Elektriker.


- Hat die Anlage eine grössere Leistung als 600W, benötigen sie einen Elektriker, da dann eine ortsfeste Installation nötig ist. Sprich "normale" Stecker sind nicht ausreichend. Allerdings kostet ein Fachmann ca. ab 500 bis 2000 CHF, um eine zusätzliche Leitung und Absicherung bis 3.5KW/Phase zu installieren. Das lohnt sich bei kleinen Anlagen finanziell nicht.
Es sei denn, die Leitung ist nachprüfbar von der Sicherung bis zur Aussensteckdose nur für diese da. Siehe unten.

- Aussagen grössere Plug&Play-Anlagen seien bis 3000/3500W möglich und ohne Bewilligung erlaubt, sind schlicht falsch.
Zitat ESTI (Eidgenössisches STarkstromInstpektorat):

"Plug-&-Play-Photovoltaikanlagen
Begrenzung der Leistung freizügig steckbarer Photovoltaikanlagen
Steckbare Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) – auch Plug-&-Play-Photovoltaikanlagen genannt – zur dezentralen Energieeinspeisung in das elektrische Netz sind als Erzeugnisse in verschiedenen Konfigurationen und Leistungen zunehmend auf dem Markt erhältlich. Dabei ist zu beachten, dass solche Erzeugnisse in jedem Zeitpunkt elektrisch sicher sein müssen und dass deren einspeisende Leistung in einem Endstromkreis die Funktionsfähigkeit bestehender Schutzsysteme der festen elektrischen Installation nicht gefährdet. ... Für Anlagen > 600 W hat ein Elektroinstallateur mit Bewilligung Art 7/9 oder 14 NIV eine ortsfeste Installation zu erstellen. ..."
Hier das Dokument dazu. Weitere Weisungen des ESTI zur Photovoltaik: Weisung 233 09.2014


- Hintergrund ist die Befürchtung, dass die Leitungen überlastet werden, da ein Verbrauch grösser als die abgesicherte Last möglich ist, wenn eine Solaranlage Strom nach der Absicherung einspeist.
Z.B.: Absicherung 10A ergibt bei 220V eine maximal mögliche Leistung von 10A * 220V = 2200W. Verbraucht ein Verbraucher mehr, bzw. ist eine Leitung defekt, fliesst ein grösserer Strom und die Sicherung löst aus. Würde nun eine etwas grössere Solaranlage zusätzlich z.B. 3000W einspeisen, würde in seltenen Momenten die mögliche Leistung eines Verbrauchers 2200W + 3000W = 5200W (5.2KW) betragen können und damit weit über dem zulässigen Wert liegen: Brandgefahr...

1. Ausnahme, bei der der Aufwand geringer ist: Hat man bereits eine extra abgesicherte Leitung (Aussensteckdose mit extra Leitung und Sicherung), kann und darf ein Elektriker eine ortsfeste Installation vornehmen, sprich eine PV-Anlage bis 3.5KW fest anschliessen. Incl. Anschlussgesuch ans EW.
In einem solchen Fall würde ein grosser Teil des Aufwandes und damit der Kosten entfallen.
Weiter haben PV-Anlage mit Modulwechselrichtern keine gefährlichen Gleichspannungen, die extra abgesichert werden müssten.
(Weil die Module nicht in Serie geschaltet sind.) Ob nun Typ A oder B benötigt wird, hängt vom Wechselrichter ab.

2. Ausnahme mit geringerem Aufwand: Hat eine Wohnung keinen FI, weil keine Erdungsleitungen vorhanden sind, was bei älteren Wohnungen nicht selten ist, kann eine PV-Anlage diesen erstens nicht durch theoretisch mögliche Gleichstrom-Fehlerströme in seiner Funktion beeinträchtigen. Zweitens ist technisch kein funktionierender Fehlerstromschutzschalter (Typ A oder B) möglich, denn ein Fehlerstromschutzschalter benötigt die Erdung.


Diese Erklärungen geben die Meinung des Autors wieder und sind weder als  Empfehlung noch als Handlungsanweisung zu verstehen.
Jeder Besitzer elektrischer Anlagen handelt in eigener Verantwortung und muss für deren Sicherheit und die Einhaltung von Vorschriften Sorge tragen.


PS: Möchte ein Elektriker ihre Anlage nicht begutachten und damit die Verantwortung übernehmen, seien sie ihm nicht böse. Er ist auf eine gute Zusammenarbeit mit den Elektrizitätswerken angewiesen.


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